Bürger und Besucher
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Naturschutz ist kein Selbstzweck!
Info-Box
Er erhält oder schafft Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die ohne aktives Eingreifen verloren gehen würden. Naturschutz ist jedoch auch ein Mittel, um die Lebensqualität des Menschen zu erhalten oder zu steigern.
Das Ziel des Naturschutz-Großprojekts Pfrunger-Burgweiler Ried, das Naturerbe unseres Landes zu schützen, erfordert aber ein Umdenken bei den Bürgern. Nicht nur die angestammten Nutzer des Rieds sind von den Maßnahmen in mehrfacher Hinsicht betroffen; auch Besucher dieser einzigartigen Landschaft haben neben Rechten auch Pflichten und eine Verantwortung gegenüber der Natur.
Naturschutz und Tourismus verbinden: Pia Wilhelm berichtet von der Vorstellung des Besucherkonzeptes.
Ein Projekt wie dieses bringt daher auch Konflikte . Die an der Planung und Durchführung der Maßnahmen im Pfrunger-Burgweiler Ried beteiligten Personen und Institutionen stehen für einen offenen Austausch. Am Ende von Meinungsverschiedenheiten muss aber immer der Ausgleich stehen! Die Chancen, die ein Naturschutzprojekt in sich birgt, dürfen bei allen individuellen Einwänden nicht unbeachtet bleiben.
Hand in Hand mit dem Bürger
Zu den wichtigen Elementen des Pflege- und Entwicklungsplans , der im Sommer 2005 abgeschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, gehört zum einen die enge Zusammenarbeit mit den betroffenen Land- und Forstwirten sowie Fischern, und zum zweiten ein Besucherlenkungskonzept , welches das Recht der Bevölkerung an der Begegnung mit dieser unverwechselbaren Natur berücksichtigt, zugleich aber auch das Recht der Natur, sich ungestört entwickeln zu können.
Aufgrund der großen Zahl verschiedener Interessen fanden und finden häufig Gespräche mit Vertretern der Interessengruppen statt. Von Bedeutung ist dabei insbesondere auch der Austausch in der projektbegleitenden Arbeitsgruppe .
Konflikte und Gefährdungen
Intakte Moore sind faszinierende Landschaften mit einer besonderen Eigenart und Schönheit. Ihre scheinbare Unberührtheit, die großflächigen, weiten Feucht- und Auengrünlandbereiche sowie die Allgegenwart des Urelements Wasser üben eine enorme Anziehungskraft aus.
Dies macht sich auch im Pfrunger-Burgweiler Ried in der ständig steigenden Zahl von Besuchern bemerkbar. Das Pfrunger-Burgweiler Ried dient als Erholungsgebiet für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden und als Wandergebiet für Urlauber. Die offenen Torfstichgewässer (südöstliche Torfstichseen) werden teilweise intensiv durch Freizeitangler genutzt, wobei Störungen der Avifauna (von lateinisch avis = Vogel) nicht ausgeschlossen werden können. Die Beeinträchtigung der Lebensräume für empfindliche Vogelarten steht im Gegensatz zur naturschutzfachlichen Zielsetzung.
Dieser Besucherdruck führt in einigen empfindlichen Bereichen zu erheblichen Trittschäden sowie an den Torfstichseen zu Störungen der empfindlichen Vogelwelt ( Karte in großer Darstellung ). So kommt es regelmäßig zu Nutzungskonflikten. Diese sollen im Rahmen eines Besucherlenkungskonzeptes , insbesondere durch ein mit allen Beteiligten abgestimmtes Wegekonzept zur nachhaltigen Gebietsberuhigung, minimiert werden.
Das Besucherverhalten muss durch die Neuschaffung naturverträglicher Nutzungsangebote positiv beeinflusst werden. Für die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei wurden weitere Maßnahmen erarbeitet.
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- aktualisiert am 19.7.2011 13:23:53
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